Organisatorische und technische Ziele
Das Ziel des Projektes Arbeit@VU ist die effiziente Gestaltung von unternehmensübergreifenden Prozessen in Virtuellen Unternehmen.
Dies wird erreicht durch die Klassifizierung der virtuellen Arbeitsabläufe in einem Arbeitshandbuch, die Entwicklung eines Organisationsentwicklungskonzepts, die Entwicklung eines Outsourcingkonzepts sowie der Implementierung einer IT-Plattform.
Arbeitshandbuch in virtuellen Unternehmen
In Arbeit@VU werden versteckte Effizienzsteigerungspotentiale ausgeschöpft, die sich hinter der unternehmensübergreifenden Integration von Prozessen verbergen, wobei die arbeitswissenschaftlichen und arbeitssoziologischen Aspekte der Personal- und Organisationsentwicklung im Vordergrund
stehen.
Dabei wird von den Bedürfnissen einer realen Wertschöpfungskette der mittelständischen Fertigungsindustrie ausgegangen und ein integrativer Ansatz verfolgt: die Definition der Arbeitsabläufe wird nicht mehr zentral erfolgen, statt dessen wird eine verteilte Spezifikation stattfinden. In jedem Partnerunternehmen werden die relevanten Teilprozesse spezifiziert und optimiert.
Organisationsentwicklungskonzept
Die Arbeitsabläufe in virtuellen Strukturen beruhen auf der Verknüpfung der dynamischen Rekonfiguration von Wertschöpfungsketten mit einer Fokussierung auf die Kernkompetenzen der einzelnen virtuellen Mitarbeiter und virtuellen Teams.
Weiterhin erfordert die Auflösung räumlicher Grenzen eine Dezentralisierung der Entscheidungskompetenzen, um so trotz Virtualität eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit zu erreichen. Traditionelle Organisationskonzepte lassen Antworten auf diesbezügliche organisatorische Gestaltungsstrategien vermissen. Es wird auch ersichtlich, dass das eigentliche Fundament der virtuellen Unternehmen die Selbstorganisation ist. Für die Unternehmen ist es somit eine zentrale Fragestellung, welche Erfolgsfaktoren zur Erreichung der beiden o.g. Ziele unter Einsatz von IuK-Technologien und geeigneten organisatorischen Gestaltungsoptionen beitragen.
Entwicklung eines Outsourcingkonzepts
Die verschiedenen Formen von virtuellen Organisationsstrukturen haben das charakteristische Merkmal des massiven Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologie gemeinsam. Allerdings
müssen bei zunehmendem Virtualisierungsgrad die Art und Menge der Informationen, die an die Netzwerkpartner weitergegeben werden, stark eingeschränkt werden.
D.h. ein Partner des inneren Netzwerkes hat z.B. Zugriff auf alle Adressen und Kundenhistorien der VO-Kunden, ein dynamischer Partner, der nur zeitweise in die
Virtuelle Organisation eingebunden ist, darf nur auf einen Teil der Daten Zugriff haben.
Im Outsourcing-Konzept werden gemeinsame Konsortialaktivitäten ermittelt und analysiert. Besonderes Augenmerk gilt der ineffizienten, unternehmensübergreifenden
Integration von dynamischen Partnern, die nicht dem Kern der beteiligten Firmen entsprechen. Mit diesen Partnern wird
oftmals ein Fremdeingriff in die Interna der Virtuellen Organisation verstanden, es sollen nur jene Informationen und
Daten an die dynamischen Partner weitergegeben werden, die zur effizienten Abwicklung der Projektarbeit nötig sind.
Entwurf und Implementierung der IT-Plattform
Die IT-Plattform basiert auf dem Produkt genesisWorld von CAS Software. genesisWorld ist ein modernes Informationsmanagementsystem, das 1999 auf dem Markt erschienen ist. Es bietet CSCW-Funktionalitäten zur effizienten Koordination von Arbeitsgruppen, wie z.B. Aktivitätenplanung, Adressverwaltung, Dokumentenmanagement
oder Projektverfolgung.
Dennoch ist das bisher dargestellte Gesamtsystem für den Einsatz in Virtuellen Organisationen nicht ausreichend. Die technische Entwicklung in Arbeit@VU hat daher zum Ziel, Funktionalität zu implementieren, die alle bis jetzt erwähnten organisatorischen Konzepte berücksichtigt. So wird eine auf genesisWorld basierende Plattform entwickelt, die das Arbeitshandbuch komplett implementiert
und zudem über Funktionalitäten verfügt, welche die Umsetzung der organisatorischen Analyse ermöglichen.
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